Raketenstart als Freelancer: Mit unseren 7 Tipps wird’s keine Bruchlandung!

Für Freelancer

Von Franziska Grotzke

Ein spannender und zugleich herausfordernder Prozess ist der Weg in die Selbstständigkeit. Gerade in Zeiten von New Work sind Freelancer-Laufbahnen immer populärer. Kein Wunder: Freelancer* entscheiden, ob sie im Homeoffice, in Coworking-Spaces, in eigenen Büroräumen bzw. in den Räumlichkeiten des Auftraggebers arbeiten oder gar nebenbei um die Welt reisen.

Ihr Start als Freelancer soll keine Bruchlandung werden? In unserem Blogbeitrag erklären wir Ihnen:

 

✓ Warum sollten Sie eine Freelancer-Karriere anstreben?
✓ Welche Tätigkeiten können freiberuflich ausgeübt werden?
✓ Wie können Sie Schritt für Schritt in die Selbstständigkeit starten?

Der eigene Boss: Die Vorzüge des Freelancer-Daseins!

Unterforderung oder Einschränkungen im festen Arbeitsverhältnis, der Wunsch nach neuen Herausforderungen oder das Streben nach Entscheidungsfreiheit sind einige der individuellen Gründe, sich selbständig zu machen. Doch das ist nicht alles: Wer den Sprung in die Selbstständigkeit wagt, sucht Freiheit und Selbstbestimmung, um Verantwortung zu übernehmen, Wagnisse einzugehen und Chancen zu ergreifen. Freiberufler suchen sich ihre Projektpartner aus und sagen „Nein“ zu unpassenden Projekten. Ein wesentlicher Punkt sind die deutlich besseren Einkommenschancen als im Angestelltenverhältnis. Zudem begünstigen die aktuellen Arbeitsmarkttrends die Zukunft im Freelancing.

Vielfältig: Diese Berufe eignen sich zur Selbstständigkeit!

§ 18 des Einkommenssteuergesetzes regelt, ab wann eine selbständige Erwerbstätigkeit vorliegt. Dabei unterscheidet die Gesetzgebung zwischen drei Berufsgruppen: Katalogberufe, katalogähnliche Berufe und Tätigkeitsberufe. Die nachfolgend aufgelisteten Freelance-Tätigkeiten sind u. a. für die Freiberuflichkeit optimal geeignet:

✓ programmier- und unterrichtende Beschäftigungen
✓ medizinische Berufe, wie Heilpraktiker, Ärzte oder Psychologen
✓ Notare sowie Rechtsanwälte
✓ Ingenieure und Architekten
✓ Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater sowie
✓ Übersetzer bzw. Dolmetscher.

Step by Step: Ihr Fahrplan zum Freiberufler!

Es gibt vielzählige Möglichkeiten für den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit und damit in die Erfüllung der eigenen Berufung. Doch auf dem Weg dorthin lauern einige Stolpersteine, die den Beginn in die Freiberuflichkeit deutlich behindern. Mit der richtigen Planung wird es ein Raketenstart:

 

Mann am Telefon holt Referenzen für die Vermittlung in Freelancer Projekte ein

 

Punkt 1: Definieren Sie Ihre Dienstleistung.

Häufig starten Selbstständige mit dem erlernten Beruf oder der vorherigen Tätigkeit in die Unabhängigkeit. Ihr Angebot bildet somit den Grundstein für Ihre Zukunft als Freischaffender. Überlegen Sie sich zunächst, welche Dienstleistung Sie anbieten möchten bzw. worin Ihre Expertise liegt. Fragen Sie sich, in welcher Nische Sie sich positionieren und wie Sie sich von Ihrer Konkurrenz abheben können. Denken Sie dabei auch an die Probleme Ihrer Wunschkunden, für die Sie mit Ihrem Service bereits eine Lösung parat haben.

 

Punkt 2: Finden Sie Ihre Zielgruppe.

Investieren Sie zu Beginn ausreichend Zeit in die Zielmarktrecherche. Untersuchen Sie Ihre potenziellen Kunden und analysieren Sie vorhandene Angebote Ihrer Mitbewerber. Finden Sie für sich heraus, wie hoch das Absatzpotenzial ist, welche Trends erkennbar sind und wie attraktiv Ihre Branche ist. Werten Sie diese Informationen aus. So können Sie sich in Ihrer Zielgruppe stark aufstellen. Dadurch bieten Sie Ihren Kunden den dringend benötigen Mehrwert.

 

Punkt 3: Haben Sie Ihre finanziellen Bedürfnisse im Blick.

Für Freiberufler gilt ebenfalls das einfache ökonomische Prinzip: Einnahmen minus Ausgaben gleich Gewinn. Gewinn bedeutet das Einkommen, mit dem Sie Ihren Lebensunterhalt bestreiten. Klären Sie daher, welchen Stundensatz Sie veranschlagen, an wie vielen Tagen Sie produktiv sind, mit welchen Ausgaben Sie rechnen müssen und wie hoch die Einnahmen zur Lebensunterhaltsfinanzierung sein sollten. Kalkulieren Sie Versicherungsbeiträge, Kosten für Arbeitsplatzausstattung, Spesen sowie Steuern ein. Eine monatliche Finanzplanung ist gerade am Anfang Ihrer Selbstständigkeit am sinnvollsten.

 

Punkt 4: Melden Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit an.

Wollen Sie Ihre Freiberuflichkeit als Einzelunternehmen anmelden, können Sie dies mit einem Brief an Ihr zuständiges Finanzamt realisieren. Als Existenzgründer können Sie Ihr Gewerbe beim Gewerbeamt der Stadt oder Gemeinde anmelden. Wichtig ist hierbei, dass die anzumeldende Rechtsform bekannt ist, alle notwendigen Unterlagen und eventuelle Genehmigungen vorliegen. Empfehlenswert ist auch, bereits bei der Anmeldung über die Steuerart nachzudenken. Je nach Einkommen kann es sich lohnen, die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen.

 

Punkt 5: Gehen Sie in die Kundenakquise.

Nachdem Sie die Grundplanung und Ihre Anmeldung abgeschlossen haben, sollten Sie in die Kundengewinnung übergehen. Dank einer eigenen Website, Ihrem Unternehmensprofil auf Social-Media-Kanälen, Freelancer-Plattformen bzw. Business-Netzwerken gelingt es Ihnen, Ihr Angebot direkt Ihrer Zielgruppe über Ihre perfekte Projektbewerbung zu präsentieren und eine professionelle Außenwirkung zu er-reichen. Trennen Sie berufliche und private Kommunikation voneinander, indem Sie für die Kundenakquise eine geschäftliche E-Mail-Adresse verwenden.

 

Punkt 6: Rechnen Sie Ihren ersten Auftrag ab.

Sie haben Ihren ersten Auftrag erfolgreich abgeschlossen? Ihr Kunde ist mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden? Prima, denn nun können Sie Ihre erste Rechnung schreiben. Doch so einfach ist es nicht: Neben den notwendigen Pflichtangaben müssen diese ebenso korrekt beziffert sein. Fehler können verheerende Auswirkungen haben. Zahlungsverzug und falsche Beträge sind noch das geringste Ärgernis. Erhält ein Kunde eine fehlerhafte Rechnung, ist er rechtlich zur Zahlung nicht verpflichtet.

 

Punkt 7: Worauf Sie zusätzlich achten sollten.

Als Selbstständiger ist es wichtig, zu wissen, wie Ihr idealer Arbeitsplatz aussieht. Möchten Sie von zu Hause aus arbeiten, beim Kunden vor Ort sein oder frei entscheiden, von wo aus Sie Ihre Arbeit erledigen? Hierzu benötigen Sie einen leistungsstarken Laptop, ein zuverlässiges Smartphone sowie eine stabile Internet- und Telefonverbindung. Außerdem müssen Sie sich eigenständig absichern. Informieren Sie sich deshalb über mögliche Freelancer-Versicherungen.

Keine Raketenwissenschaft: Mühelos in die Selbstständigkeit!

Eine freiberufliche Tätigkeit anzufangen, ist ganz einfach. Innerhalb kürzester Zeit können Sie sich als Freiberufler anmelden. Als Grundausstattung benötigen Sie lediglich einen Laptop und eine stabile Internetverbindung. Sie genießen Freiheit sowie Unabhängigkeit und beschäftigen sich ausschließlich mit Themenbereichen, in denen Sie sich als Experte positionieren. In Zeiten von Digitalisierung, New Work und Fachkräftemangel sind Freelancer gefragter denn je. Worauf warten Sie also noch?

*Keine gendergerechte Sprache? Ja – Wir möchten den Lesefluss nicht stören und Suchmaschinen können keine Gendersprache verarbeiten. Aus vollster Überzeugung sprechen wir grundsätzlich alle Geschlechter an.

FAQs

Ist die Kündigung meines Arbeitsverhältnisses Voraussetzung, um als Freelancer arbeiten zu können?

Nein. Zur Überbrückung finanzieller Engpässe oder zum langsamen Aufbau eines Kundenstamms ist der Einstieg in die Freiberuflichkeit auch nebenberuflich möglich. So haben Sie die Möglichkeit, den Übergang zur gewinnbringenden Selbständigkeit zu schaffen und langsam Ihr eigener Chef zu werden.

 

Benötige ich als Freiberufler zwingend ein Geschäftskonto?

Nein, denn Sie sind gesetzlich nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto zu führen. Die Trennung von geschäftlichen und privaten Finanzen ist jedoch hilfreich, damit Sie Ihre Ausgaben und Einnahmen besser im Blick zu haben. Außerdem vereinfacht es Ihre Steuererklärung.

 

Welche Steuern muss ich mit einer freiberuflichen Tätigkeit zahlen?

Das Thema „Steuern“ sollten Sie mit großer Sorgfalt angehen. Es lohnt sich auf je-den Fall einen Beratungstermin bei einer Steuerberatung zu vereinbaren. Einen ersten Überblick finden Sie hier.

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