Der Elevator Pitch – Wie gelingt der perfekte erste Eindruck?

11.12.2019 Kategorie: Für Freelancer

Sie haben maximal 60 Sekunden Zeit, Ihr Gegenüber in einem Elevator Pitch von sich zu überzeugen. Den Nagel dabei auf den Kopf zu treffen, ist nicht immer einfach, vor allem für Neulinge. Milan Uhe, Gründer und Geschäftsführer von Freelance Partner, teilt seine Erfahrungen. Denn wenn es um einen gelungenen ersten Eindruck geht, hat er in den letzten Jahren viel dazu gelernt.

Was ist überhaupt ein Elevator Pitch?

Milan Uhe: Der Elevator Pitch ist eine kurze und prägnante Zusammenfassung der eigenen Dienstleistung oder des eigenen Produktes. Er ist im Grunde eine Minipräsentation zur Frage „was machst du beruflich?“ und dabei oft das Tor zu neuen Aufträgen.

Warum sollte ich mir als Freelancer oder Interim Manager einen Elevator Pitch überlegen?

Milan Uhe: Jede/r Freischaffende geht mit einer Dienstleistung an den Markt. Egal ob diese spitz zugeschnitten oder breit angelegt ist – sie soll idealerweise verkauft werden! Der Elevator Pitch ist elementarer Baustein der Selbstvermarktung im persönlichen Kontakt mit Kunden und möglichen Multiplikatoren, denn rein über Text ist ein persönlicher Draht schwer vermittelbar. Deshalb ist es wichtig, zusätzlich zur eigenen Website auch im direkten, persönlichen Kontakt kurz und bündig verbalisieren zu können, was es für das Gegenüber zu holen gibt.

Wo und wann lohnt sich das Pitchen für mich?

Milan Uhe: Pitchen kann man fast überall – auf privaten und beruflichen Veranstaltungen, Tagungen, Konferenzen, Barcamps, beim direkten Treffen mit potentiellen Kunden, genauso wie beim Treffen mit möglichen Multiplikatoren. Berlin ist groß, da kann man nie wissen, hinter welcher Straßenecke sich die nächste Gelegenheit zum Netzwerken auftut. Sie sollten Ihre Visitenkarten also unbedingt immer griffbereit haben!

(Wie) kann ich mich auf das Pitchen vorbereiten?

Milan Uhe: Die gute Nachricht – der perfekte Elevator Pitch ist reine Übungssache! Dafür muss ich also keine Rampensau sein. In diesem Sinne kann, und sollte, der Elevator Pitch vorab unbedingt in der eigenen Safe Zone eingeübt werden. Vergessen Sie dabei nicht, sich regelmäßig konstruktives Feedback von außen einzuholen. Nur so erhält ihre Präsentation den nötigen Boost! Wenn das Grundgerüst erst einmal sitzt, fällt auch eine situative Anpassung des eigenen Elevator Pitches im persönlichen Gespräch nicht mehr schwer.

Und wie sieht der perfekte Pitch nun aus?

Milan Uhe: In der Kürze liegt die Würze. Ein gelungener Pitch zeichnet sich vor allem durch Prägnanz und eine klare Struktur aus. Darüber hinaus sollte der Pitch idealerweise vom Gegenüber als mehrwertstiftend empfunden werden. Elevator Pitches, die außerdem eine emotionale, persönliche Komponente aufweisen, fallen darüber hinaus besonders positiv auf. Zahlen, Daten und Fakten behalten schließlich nur die wenigsten Zuhörer im Kopf. Negative Worte sollten tunlichst vermieden werden. Achten Sie stattdessen auf eine positive Sprache. Zu guter Letzt gilt es, ein solides Erwartungsmanagement an den Tag zu legen. Sowohl over- als auch underselling sind für den Elevator Pitch absolute Fettnäpfchen. Den Kunden an den Haken zu bekommen, ohne sich selbst und die eigene Dienstleistung in den Himmel zu loben, kann sich natürlich als wahrer Drahtseilakt entpuppen. Da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, gilt auch hier: üben, üben, üben!

Was ist der größte Fauxpas?  

Milan Uhe: Man kann in Sachen Elevator Pitch zwar vieles richtig, aber leider auch einiges falsch machen. Der größte Fehler ist meist, einfach unstrukturiert drauflos zu erzählen. Auch das Benutzen zu vieler Insiderwörter und Abkürzungen, die für das Gegenüber schwer verständlich sind, kann dazu führen, dass Sie am Ende leer ausgehen. Sich sprachlich auf das Gegenüber einzustellen, ist absolut essentiell.

Welchen Tipp würdest du vor allem Neulingen mit auf den Weg geben?

Milan Uhe: Gerade zum Anfang finde ich es fundamental, auch mal durch die Kundenbrille zu schauen. Ich habe schon oft erlebt, dass gerade BerufsanfängerInnen noch sehr viel um sich selber kreiseln. Dabei sollte der Elevator Pitch doch eigentlich ausschließlich auf das Gegenüber gemünzt sein. Das vergessen oft viele. Natürlich sollte man hinter dem eigenen Logo stehen. Trotzdem kann ich nur wärmstens empfehlen, gerade in der persönlichen Vermarktung die eigene Befindlichkeit auch kurz mal ruhen zu lassen.

Noch ein paar letzte Worte?

Milan Uhe: Ob nun die Präsentation Ihrer freiberuflichen Tätigkeit bereits seit Monaten ausgefeilt ist oder Sie sich noch mitten im Übungsmodus befinden – lernen Sie uns Freelance Partner doch einfach in angenehm entspannter Atmosphäre kennen und nutzen Sie dabei gleich die Gelegenheit, bei uns zu pitchen! Wir sind nämlich nicht nur gut im Kaffetrinken und Vermitteln, sondern haben bestimmt auch noch den einen oder anderen hilfreichen Tipp und konstruktives Feedback für Ihren Auftritt parat. In diesem Sinne: kommen Sie vorbei! Wir freuen wir uns über vertraute und neue Gesichter!

Interview geführt von Lilly-Sophie Hamann *

 

* Lilly-Sophie Hamann ist freie Texterin und Lektorin sowie Ansprechpartnerin für die Bereiche PR und Content Marketing.